Geburtsüberwachung

In der Regel können Stuten ihre Fohlen alleine, ohne Komplikationen zur Welt bringen. In seltenen Fällen benötigt die Stute menschliche Hilfe, um das Fohlen zu gebären. Doch wann fohlt meine Stute? Die Mehrzahl der Stuten bringt ihr Fohlen in der Nacht zur Welt. Aber sich deswegen zahllose Nächte um die Ohren schlagen und die Stute rund um die Uhr beobachten? Das muss nicht mehr sein. Mittlerweile gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Stute in den Tagen vor der Geburt dauerhaft zu überwachen. Wir möchten ein paar gängige Methoden der Geburtsüberwachung vorstellen. Entscheiden Sie selbst, welche Methode die richtige für Sie ist.

Videokamera
Eine im Stall installierte Videokamera ist nach wie vor in vielen Ställen das Haupt-Überwachungselement für die Überwachung tragender Stuten. Dabei unterscheiden sich die Systeme in ihrer Übertragungsweise. Es gibt beispielsweise Systeme, die die Bilder über Funk, Kabel oder per WLAN übertragen. Durch die Kabelübertragung werden in der Regel bessere Bilder generiert. Solch ein System kann jedoch nur zum Einsatz kommen, wenn sich der Stall in unmittelbarer Nähe des Empfangsgerätes befindet. Unabhängig vom verwendeten System wird in jeden Fall ein Endgerät (Fernseher/Display/PC/Handy), das ständig in Betrieb ist, benötigt. Um auch in der Nacht ausreichend gute Bilder zu bekommen, sollte die Kamera mit einer Nachtsichtfunktion (Infrarot) ausgestattet sein. Alternativ kann im Stall gedimmtes Licht angelassen werden. Verschiedene Anbieter liefern ein komplettes Überwachungssystem für den Stall sowie die Weide.
Das sollte bedacht werden: Eine Videokamera kann nicht den regelmäßigen Kontrollgang in den Stall ersetzen. Zudem muss eine engmaschige Kontrolle der Kamerabilder erfolgen – auch nachts.

Spezielle Geburtsmelder
Eine ebenfalls häufig genutzte Methode der Geburtsüberwachung sind sogenannte Geburtsmelder. Diese sehen ähnlich aus wie Longiergurte und werden der Stute angelegt. Die Stute muss den Geburtsmelder Tag und Nacht tragen, sobald der errechnete Geburtstermin zeitnah ist oder erste Anzeichen der Geburt erkennbar sind. Bei Geburtsmeldern gibt es unterschiedliche Systeme, die verschiedene Parameter erfassen und auslösen:

Alarm bei steigender Körperfeuchtigkeit
Dieses System besteht aus einem Brustgurt inklusive Sender, welcher mit einem Bauchgurt fixiert wird. Am Hals der Stute wird ein Messfühler angebracht. Dieser Messfühler misst die elektrische Leitfähigkeit auf dem Fell der Stute. Grundsätzlich wir ein Sender am Pferd und ein Empfänger in bis zu 200 Metern Entfernung benötigt. Vermehrtes Schwitzen gilt als Anzeichen für eine kurzbevorstehende Geburt. Kann das Gerät einen Anstieg der Körperfeuchtigkeit in Folge von vermehrten Schwitzen feststellen, wird dies über Funk übermittelt und es ertönt ein Alarm.

Alarm bei Abfall der Körpertemperatur
Neben der Erfassung des Schweißbildes der Stute wird beim System „Birth Control“ zusätzlich die Temperatur der Stute gemessen. Die Messungen erfolgen über Sensoren, die sich am Gurt befinden. Ein Abfall der Körpertemperatur der Stute gilt als ein weiterer Indikator für die nahende Geburt. Kann ein Temperaturabfall gemessen werden, sendet Birth Control die Werte an das Endgerät.

Alarm bei Ablegen der Stute (Seitenlage System)
„Birth Alarm“ geht davon aus, dass sich Stuten zur Geburt in Seitenlage ablegen. Da jedoch nicht jede Stute gleich ist und sich vor unmittelbar vor der Geburt anders verhalten kann, ist es möglich, beim „Birth Alarm“ zwischen zwei Einstellungsmöglichkeiten zu wählen:

Die erste Möglichkeit ist für Stuten vorgesehen bzw. geeignet, die sich lediglich zur Geburt in eine völlige Seitenlage begeben. Nach 7,6 Sekunden in Seitenlage (ungefähre Dauer einer Wehe) löst das System einen Alarm aus.  

Für Stuten, die häufiger in Seitlagen ruhen, empfiehlt sich die zweite Einstellungsvariante. Stuten bereiten sich nach den ersten Wehen auf die nächste Kontraktionswelle vor. Dazu verbleibt sie nicht in der totalen Seitenlage. Ruht die Stute nur, bleibt sie länger in Seitenlage liegen. Das Gerät erkennt den Rhythmus des Stehens und Liegens. Entspricht der registrierte Rhythmus dem einer Geburt, wird ein Alarm ausgelöst.

Das Scheiden-Kontrollsystem
Als sicherste Geburtsüberwachung gilt das Scheiden-Kontrollsystem. Dabei wird ca. ein bis zwei Wochen vor dem errechneten Geburtstermin ein Sender an den Schamlippen der Stute eingenäht. Das Einnähen übernimmt in der Regel der Tierarzt. In der Eröffnungsphase der Geburt wird der auslösende Magnet vom Sender getrennt und löst den Alarm aus. Dieser wird direkt auf die angegebenen Handynummern übertragen.
Das sollte bedacht werden: Da der Alarm erst dann anschlägt, wenn es zum Austritt der Fruchtblase kommt, hat die Geburt bereits begonnen und man hat nur noch wenig Zeit. Aus diesem Grund eignet sich dieses System nur, wenn sich der Verantwortliche in unmittelbarer Nähe befindet.

Alle Systeme gibt es von verschiedenen Herstellern in verschiedenen Preisklassen

Das tun wir
Wir haben uns bereits vor Jahren für das Scheiden-Kontrollsystem der Firma Sigloo entschieden und damit sehr gute Erfahrungen gemacht. Es ist sehr zuverlässig und einfach in der Handhabung. Da wir direkt vor Ort sind, ist auch das Zeit-Problem bei uns kein Thema. Die Überwachung mehrerer Stuten ist unkompliziert. Oft werden wir gefragt, ob die Stuten beim Einnähen keine Schmerzen haben. Fachgerecht eingenäht ist der Schmerz des Stichs der Nadel mit dem einer Impfung zu vergleichen. Unsere Stuten zeigen in der Regel keine Abwehrreaktionen.

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