12 Praxis-Tipps für die erfolgreiche Besamung

Sie möchten ein Fohlen von Ihrer Stute? Unser langjähriger Leiter der Deckstelle, Rainer Böning, hat zwölf hilfreiche Praxis-Tipps für das optimale Deckmanagement zusammengestellt, damit Ihr Wunsch in Erfüllung geht. ​

1) Freie Bewegung ermöglichen ​
Sorgen Sie für frische Luft und ausreichend Bewegungsmöglichkeiten. Wenn die Stute nicht auf der Weide oder im Laufstall gehalten wird, sollte stundenweise freie Bewegung ermöglicht werden.

2) Sozialkontakt sicherstellen
Das Pferd ist ein Herdentier und soziale Kontakte zu anderen (möglichst bekannten) Pferden sind wichtig. Wir empfehlen täglichen Weidegang im Herdenverband. Ist Ihre Stute allerdings die einzige in der Gruppe, die noch nicht tragend ist, so sollte sie unter Umständen separiert werden. Die Stute passt sich möglicherweise der Herde an und zeigt keine Rosse mehr. 

3) Stress vermeiden​
Im Allgemeinen rossen Stuten in gewohnter Atmosphäre am besten. Vermeiden Sie deshalb Stress, z.B. Isolation, Standortwechsel, Transporte, Unruhe und ungewohnte Sozialkontakte. Sensible Pferde können darauf extrem reagieren. ​

4) Licht anschalten
Während der Zyklus im Sommer auf der Weide von der Natur positiv beeinflusst wird, kann der Mensch im Winter mit künstlichem Licht nachhelfen.
Wir haben gute Erfahrung mit Lichtprogrammen zur Unterstützung der Rosse. Mit Abklingen des Winters, etwa im Februar, schalten wir von 6 bis 20 Uhr sehr helles Licht bei den Boxen an.

5) Sportstuten aus dem Sport nehmen​
Eine Sportstute muss sich erst an die neue Aufgabe gewöhnen. Wir empfehlen, Turnierpferde frühzeitig aus dem Sport zu nehmen, die Eisen zu entfernen und sie mit anderen Zuchtstuten zu halten.  ​

6) Futterzustand beachten
Ein guter Futterzustand ist wichtig, damit die Stute aufnimmt. Stuten mit schlanker Konstitution werden meistens leichter tragend. Zu mastige Stuten sollten bereits im Herbst „abspecken“, wenn sie im Frühjahr besamt werden sollen. Beachten Sie eine angepasste Energie- und Nährstoffzufuhr. 
Unsere Stuten erhalten in der Weidesaison sehr hochwertiges Weidegras und im Winter entsprechend Heu von unseren Weiden in ausreichender Menge. Die Nährstoffversorgung stellen wir mit Leckschalen von horslyx sicher.  Lesen Sie dazu den Blog-Beitrag von Dr. Hans-Peter Karp zur Fütterung von Zuchtstuten und Fohlen

7) Impfschutz sicherstellen
Wir impfen unseren großen Bestand gegen Tetanus und Influenza. Außerdem legen wir viel Wert auf eine Grundimmunisierung gegen Herpes und die Wiederholungsimpfungen im 5., 7. und 9. Trächtigkeitsmonat.

8) Entwurmung planen​
Grundsätzlich sind eine individuelle Entwurmung nach Bedarf und Bestandsgröße sowie eine jährliche Kotuntersuchung sinnvoll.

9) Zyklus beobachten
Die Stute muss einen normalen Zyklus haben, sie muss „rossen“, damit sie tragend werden kann. Typische Anzeichen für die Rosse, also Paarungsbereitschaft, sind das Aufsuchen der Nähe zu anderen Pferden, der Harnabsatz und das „Blitzen“.
Beobachten Sie am besten diese Rosseanzeichen und dokumentieren Sie sie im Kalender. Dann wird eine Regelmäßigkeit zu erkennen sein, die für die folgenden Rossen und die optimalen Besamungszeitpunkte genutzt wird. Die Rosse dauert ungefähr eine Woche.

10) „Abprobieren“
Ein ganz besonders wichtiger Punkt ist das „Abprobieren“. Dabei wird die Stute an die Box eines männlichen Pferdes gestellt. In mehrtägigen Abständen sollte so kontrolliert werden, ob Rosseanzeichen erkennbar sind. Außerdem dient dieses Abprobieren der Stimulation. Direkt vor der Besamung fördert es die Reinigung und Entleerung des Geschlechttraktes und die Stute wird leichter tragend.

11) Erfahrenen Tierarzt konsultieren
Neben der Deckstation ist ein Tierarzt mit seiner umfangreichen gynäkologischen Erfahrung Ihr kompetenter Ansprechpartner rund um die Pferdezucht. Besprechen Sie ihr Projekt am besten frühzeitig mit ihm. Überlegen Sie gemeinsam, ob eine Tupferprobesinnvoll ist und sprechen Sie die geplanten Termine ab.
Wir besamen unsere Stuten in „Eisprungnähe“, etwa am 5. Tag der Rosse. Wir empfehlen, pro Rosse ein- bis zweimal (mit einem Abstand von 48 Stunden) zu besamen. Dabei gilt: „So oft wie nötig, so wenig wie möglich“. So können Sie Versand- und Tierarztkosten sparen.

12) Ruhig bleiben
Wir können optimale Rahmenbedingungen für die Stuten schaffen und gemeinsam mit dem Tierarzt Maßnahmen treffen, die eine erfolgreiche Besamung begünstigen. Am Ende wird die Natur entscheiden, wann die Stute tragend wird. Manche Stuten nehmen beim ersten Mal auf, andere brauchen etwas länger, bis sie tragend sind. Und wieder andere müssen auch einfach mal ein Jahr pausieren. Wenden Sie sich gern an uns und/oder Ihren Tierarzt, um das Vorgehen bei Problemen zu besprechen. 

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Rainer Böning ist gelernter Pferdewirt mit dem Schwerpunkt klassische Reitausbildung. Schon früh entdeckte er seine Leidenschaft für die Zucht. 20 Jahre lang leitete er die Deckstation auf dem Gestüt Osterloh. Seit 2004 ist er Leiter unserer Deckstation und mit seinem Team für das Absamen der Hengste, die Besamung, das Stutenmanagement und Zuchtberatungen zuständig. Tausende Stuten haben bereits durch sein Management ein gesundes Fohlen zur Welt gebracht.

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