Deutsche Amateurmeisterschaften

Janne berichtet von ihrem Wochenende bei den Deutschen Amateurreitermeisterschaften in Dagobertshausen.

Über die Turniere anderer zu berichten, ist für mich Alltag. Die eigenen Erlebnisse eines wunderschönen Wochenendes zusammenzufassen, ist da ganz ungewohnt. Aber wenn die Begleitung mit einem anderen Blog beschäftigt ist, dann muss man selber ran😉
Die Ergebnisse vorweg: Casirus und ich waren in allen drei Wertungsprüfungen platziert, erzielten Platz 9 in der Gesamtwertung und gewannen zudem den “Horsemanship-Preis” für vorbildliches (Ab-)Reiten🤩.

Aber nun von Anfang an. Eher „zufällig“ habe ich mich für die 2. Deutschen Amateur-Meisterschaften qualifiziert, als ich mit Casiro in Schwanewede 2. in einem S-Springen wurde. Irgendwie hatte ich diese Meisterschaft für mich gar nicht auf dem Zettel. Sie ist gedacht für Reiter, die maximal drei Pferde auf Turnieren und nicht gewerblich reiten. Aber damit gehörte ich zu den vier punktbesten Reitern aus Weser-Ems, die zum Finalturnier eingeladen wurden. Nennungsschluss war schon wenige Tage später. Nach langem Hin und Her, ob ich die Kinder so lange erst bei Mama und dann bei meinem Mann lassen kann und sich der große Aufwand überhaupt lohnen würde, habe ich mich schließlich für einen Start entschieden. Die richtige Entscheidung, wie sich später herausstellen sollte😎.

Am Mittwoch hieß es Sachenpacken und ich musste mir erst mal Hilfe von unserem Bereiterteam holen. Ich war mindestens zehn Jahre nicht mehr allein auf einem Übernachtungsturnier und hatte große Bedenken, wichtige Dinge zu vergessen🤔.

Am Donnerstagabend machte ich mich dann mit meiner langjährigen Freundin Tomke und Casirus auf den Weg nach Hessen🚚. Ich hatte mich nicht für Casiro selbst, sondern für Casiro’s Sohn entschieden. Für uns zwei Mädels ist ein Turnierwochenende mit einem Wallach dann doch etwas einfacher, als mit einem Hengst. Nach fünf Stunden Fahrt mit dem Sprinter, davon die letzten anderthalb Stunden durch die Berge, erreichten wir unser Ziel: die Reitsportanlage Dagobertshausen. Es war schon dunkel und regnete, als wir Casirus in sein Stallzelt brachten und alles abluden. Casirus fühlte sich gleich wie zu Hause und so konnten wir ruhigen Gewissens ins Hotel nach Marburg fahren😴.

Am Freitagmorgen sahen wir schließlich alles im (Sonnen-)Licht und stellten fest, dass die anderen nicht übertrieben hatten: eine wunderschöne Reitanlage und ein tolles Turnier😍. Alles dicht beieinander und mit viel Liebe fürs Detail aufgebaut und dekoriert. Da konnte ich gleich ein paar Ideen für unsere Veranstaltungen mit nach Hause nehmen🌾🌻.
Wir durften morgens als Einstimmung auf dem großen Rasenplatz reiten. Eine tolle Möglichkeit, die ich natürlich nutzte. Casirus war dort so munter, dass ich ihn über eine Stunde dressurmäßig arbeitete💪🏻. 
Mittags schnell Mash gefüttert, kurz spazieren geführt und schon stand die erste Prüfung an. Das Abreiten war so aufregend, wie man es von Amateurspringen gewohnt ist, und ich war sehr froh, keinen Hengst dabeizuhaben… Im Parcours klappte alles gut, nur der letzte Sprung wurde auch mir zum Verhängnis. Und dabei war ich endlich mal recht schnell. Als Letztplatzierte konnte ich mich aber über eine Decke der FN freuen 🎁.

Am Samstagmorgen ritt ich Casirus etwas locker und dann bekamen wir von Anlagenchef Konny Kugler eine Führung zu allen Bereichen des Gutes. Beeindruckend. Neben den Pferden gibt es den Obst- und Gemüseanbau, eine Marmeladenproduktion, eine Schnapsbrennerei und einen Hofladen sowie Appartements und Restaurants. Ein tolles Konzept🍓🍷.

Nach Casirus‘ Mittagessen machten wir uns mit unserer „Dressurreiter-Freundin“ Laura auf den Weg in die Marburger Altstadt – wunderschön und gemütlich 😍. Lange konnten wir allerdings nichts durch die Gassen schlendern, schließlich hatten wir beide noch einen Start vor uns. 
Im Zwei-Phasen-Springen der Klasse S riskierte ich dann schon wieder etwas zu viel 🙈 Eine Wendung wollte nicht glücken, aber auch in diesem Springen reichte es für eine Schleife. Am Abend trafen sich alle Reiter, Begleiter und Offizielle in der Eventscheune. Bei leckerem Essen vom Buffet kam man miteinander ins Gespräch und mit der Fotobox entstanden lustige Erinnerungsbilder. Ich traf den Parcourschef und bat ihn, am Sonntag den letzten Sprung wegzulassen 😉 Vielleicht war das schon der Fehler, da hatte sich was Falsches in meinem Kopf verankert…😬.

Am Sonntagmorgen konnten wir zum letzten Mal das First-Class-Frühstück genießen und dann mussten wir auch schon wieder auschecken. Nach dem morgendlichen Dressurreiten haben wir uns mit Mitbringseln aus dem Hofladen eingedeckt und schon war das Große Finale nicht mehr weit. Ich gehörte zu den 30 Reitern, die in dem S-Springen mit Siegerrunde starten durften. Mein Gefühl auf Casirus hatte sich im Laufe des Turniers stetig verbessert und ich wurde immer sicherer. Bis zum letzten Sprung. Da verließ es mich dann wieder und die Stange fiel. Und da ich so langsam geritten war wie üblich😅, reichte es dann zwar noch für eine Platzierung, aber nicht mehr für die Siegerrunde. In der Gesamtwertung kamen wir auf Platz 9 und erreichten damit mein Ziel, in die Top Ten zu kommen. Besonders gefreut habe ich mich über den Sonderehrenpreis, der bei der Siegerehrung des Finales verliehen wurde. Ich erhielt den „Horsemanship-Preis“, den die Studentenreitgruppe Marbach zusammen mit den Richtern an je einen Dressur- und Springreiter für besonders vorbildliches (Ab-)Reiten vergeben hatte😊.

Schnell packten wir zwei Mädels alles zusammen, luden Sattelkiste, Futter und schließlich auch Casirus auf den Transporter und machten uns auf den Heimweg. Nach gut fünf Stunden erreichten wir dann wieder unser Zuhause in Lemwerder🏡.

Untergebracht waren wir übrigens im Turnierhotel, dem Vila Vita Rosenpark. Es war fantastisch, die Familie Pohl hat nicht nur mit ihrem Hofgut und der Reitanlage, sondern auch mit dem Hotel meinen Geschmack zu 100% getroffen🤩. Das i-Tüpfelchen eines besonderes „Reiter-Urlaubs“.

Vielen Dank an die Organisatoren, die den Nicht-Profis dieses besondere Event ermöglicht haben. Allen voran waren dies Konny und Sigrun Kugler mit dem Dagobertshausen-Team und die FN👍🏻. Und natürlich an mein super-tolles Pferd Casirus, meine Begleitung, die Freunde, die mich extra in Dagobertshausen besucht haben, sowie meine gesamte Familie und das Team zu Hause.

Ich hatte übrigens an fast alles gedacht. Außer an einen Hufkratzer, aber der war dann vor Ort für 2 Euro fast ein Schnäppchen. Nun hoffe ich, dass das nicht der letzte Ausflug war. Spätestens für nächstes Jahr steht ein großes Ziel: DAM 2019 in Dagobertshausen, und dann als Familienurlaub😎😁

☀️ Janne ☀️

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